Wie können Holzbau und Holzfenster künftig noch stärker zusammengedacht werden? Darüber haben wir diskutiert – bei unserem Thementag „Konsequent Holz: Warum das Holzfenster zum Holzbau gehört“ bei der Terhalle Unternehmensgruppe in Ahaus.
Der Holzbau gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung: Bereits 24 Prozent der genehmigten Wohngebäude entstehen überwiegend in Holzbauweise. Holz- und Holz-Aluminium-Fenster erreichen im Wohnungsneubau dagegen einen Marktanteil von rund 17 Prozent. Für unsere Branche liegt darin erhebliches Potenzial – insbesondere im mehrgeschossigen Wohnungsbau und bei größeren Objektbauten.
Teil des Thementags war eine Podiumsdiskussion mit Stephan Gerwens (Terhalle), Gregor Bröcking (Fensterbau Bröcking) und Kai Pless (Bundesverband ProHolzfenster). Hier wurde deutlich:
Noch ist das Holzfenster im Holzbau jedoch keine Selbstverständlichkeit. Ein wesentliches Hemmnis sind die Planungs- und Vergaberoutinen. Gregor Bröcking beobachtet in Ausschreibungen häufig übernommene oder standardisierte Vorgaben. Aus seiner Sicht müsse die Fensterbranche deshalb früher mit Architektinnen, Architekten und Planenden ins Gespräch kommen. Entscheidend seien Aufklärung und Wissenstransfer.
Auch bei Förderprogrammen gibt es Handlungsbedarf: Bund und Länder unterstützen klimafreundliches Bauen und teilweise gezielt den Einsatz von Holz. Stephan Gerwens plädierte deshalb dafür, die Förderlogik auf das gesamte Gebäude zu beziehen. Wenn der Einsatz von Holz im Bau politisch unterstützt werde, stelle sich die Frage, warum Holz- und Holz-Aluminium-Fenster nicht stärker einbezogen würden.
Kai Pless warb dafür, den Holzbau-Boom so auszugestalten, dass er auch klein- und mittelständischen Betriebe Marktchancen bietet: „Unsere Mitgliedsunternehmen müssen einen immer größeren Teil ihrer Ressourcen in Nachweise und Dokumentationspflichten stecken“, sagt Pless. „Wer nachhaltige Bauprodukte im Markt stärken will, muss die Regulierung praxistauglich und möglichst unbürokratisch gestalten.“
Abgerundet wurde der Thementag durch einen Betriebsrundgang bei Terhalle sowie Raum für Austausch und Networking. Die rund 40 Entscheider:innen aus dem Fensterbau kamen zu einem einhelligen Fazit: Wenn der Holzbau weiter wächst, sollte die konsequente Materialwahl nicht an der Fensteröffnung enden.


