14 Verbände fordern Nachbesserung beim EU-Normungsauftrag für Fenster und Türen

Der Bundesverband ProHolzfenster hat sich gemeinsam mit dreizehn weiteren Verbänden der Fenster-, Tür- und Baubranche in einem dringlichen Schreiben an das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gewandt. Hintergrund ist der Normungsauftrag (Standardisation Request) für Fenster und Türen, den die Europäische Kommission im Rahmen der neuen EU-Bauproduktenverordnung vorbereitet und über den bereits im September im zuständigen EU-Ausschuss abgestimmt werden soll.

Die Verbände sind sich einig: Der vorliegende Entwurf ist in seiner jetzigen Form nicht zustimmungsfähig. Er würde erhebliche zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Zertifizierungspflichten auslösen – eine Belastung, die vor allem kleine und mittelständische Hersteller- und Handwerksbetriebe im Holzfensterbau träfe, deren Produkte durch individuelle Konfiguration aus Profilen, Gläsern, Beschlägen, Dichtungen und Größen eine besonders große Variantenvielfalt aufweisen. Nach Einschätzung der Verbände könnten sich Bauprodukte in diesem Bereich dadurch um bis zu 15 Prozent verteuern.

„Ein Normungsauftrag, der ausgerechnet die kleinen und mittleren Betriebe mit unverhältnismäßiger Bürokratie überzieht, die mit Holzfenstern jeden Tag einen nachwachsenden, CO2-bindenden Baustoff verarbeiten, verfehlt sein eigentliches Ziel”, erklärt Eduard Appelhans, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands ProHolzfenster. „Wir bitten das BMWSB darum, sich für eine praxisgerechte Überarbeitung starkzumachen.”

Die Verbände fordern von der Bundesregierung ein klares Signal: Ablehnung des vorliegenden Entwurfs im Committee on Standards und eine grundlegende Überarbeitung mit weniger wesentlichen Merkmalen, ohne unverhältnismäßige Emissions- und Prüfpflichten, unter Erhalt bewährter Bewertungsmethoden, mit praxistauglichen Produkttypdefinitionen sowie digitalen Produktpässen erst auf einer belastbaren Rechtsgrundlage.

„Kurzfristig geht es um die Verschiebung der Abstimmung und um spürbare Nachbesserungen. Langfristig muss aber grundsätzlich auf den Prüfstand: ob für eine spezifische Bausituation handwerklich angefertigte Fenster überhaupt in dieser Form unter eine Verordnung fallen sollten, die im Kern für industrielle Serienfertigung gemacht wurde. Diese Überprüfung der Regulierung des Handwerks und Mittelstands durch die BauPVO steht noch aus – und sie ist überfällig”, fordert Appelhans.

Das Schreiben wurde unter anderem vom Verband Fenster + Fassade (VFF), dem Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie, BuVEG, EPPA Deutschland, dem Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz, Tischler Schreiner Deutschland, dem Bundesverband Flachglas, dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und dem ift Rosenheim unterzeichnet.

Bild: Verband Fenster + Fassade

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