Gelungene Premiere: Hybrid-Seminar „Holzfenster“ in Olsberg

Online-Alternative in Pandemie-Zeiten zog auch Studierende an

20 Präsenz- und 80 Online-Teilnehmer versammelten sich im Oktober beim Hybrid-Seminar „Holzfenster“ im Zentrum HOLZ in Olsberg. Angeboten wurdees von I.D. HOLZ und Bundesverband ProHolzfenster e.V. (BPH) für Fensterhersteller, Planer und Architekten. Besonders erfreut zeigten sich die Veranstalter über die zahlreichen Studenten unter den Teilnehmern.

„In einer nachhaltigen Baukultur geht es darum, traditionelle Baukunst mit dem Schonen von Ressourcen zu verbinden“, sagte BPH-Vorsitzender Eduard Appelhans. Holz- und Holz-Alufenster seien wichtige Bestandteile dieser Kultur, und diese Kultur gelte es zu pflegen. „Damit Planung und Ausführung gelingen, braucht es hohe technische Qualität.“ Für die Studierenden wünsche er sich, „dass sie in diesem Seminar nicht nur Wissen vermittelt bekommen, sondern etwas von der Leidenschaft spüren, die sich mit dem einzigartigen Werkstoff Holz verbindet“.

Der richtige Umgang mit den „Möbelstücken“
Geballtes Fachwissen gab es dann zunächst doch von den Experten. Zu ihnen zählte auch Heinz Willi Wittmann, „Urgestein“ im Holzfensterbau und neutrale Beratungsinstanz beim BPH. „Mit Holz kann man vieles machen“, meinte er. Dennoch sei die Fachberatung mit Ausführungsempfehlungen für das jeweilige Objekt sehr wichtig, um eventuelle spätere Schäden zu vermeiden. Untersuchungen zufolge seien dafür zu 30 Prozent Planungsfehler verantwortlich,zu 60 Prozent aber Ausführungsfehler.Letzter Baustein beim richtigen Umgang mit Holz- und Holz-Alufenstern sei die Montagezarge. Darum ging es auch bei Jörg Stahlmann, der den Einbau von Fensterelementen mittels Montagezarge in Theorie und Praxis erläuterte. Unerlässlich sei dies, denn „es käme doch auch niemand auf die Idee, die Möbel schon im Rohbau aufstellen“, und hochwertige Holz- und Holz-Alufenster seien durchaus mit Möbelstücken gleichzusetzen.

Die Besonderheiten der Holz-/Holz-Alufenstermontage erläuterte Dipl.-Ing. (FH) Martin Heßler vom ift Rosenheim anhand des aktuellen RAL-Leitfadens. Insbesondere bei den Befestigungsabständen gäbe es Unterschiede zu anderen Materialien. Eine Herausforderung, die für alle Materialien gelte, sei die Entwicklung der Wandbaustoffe in Verbindung mit immer schwereren, hochdämmenden Rahmen.

Fenster als wesentliches Gestaltungselement
Nach den kompetenten Ausführungen des Sachverständigen Jörg Jessel zum Thema Einbruchsicherung wurde es dann doch noch leidenschaftlich.Michael Arns, langjähriger Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, dokumentierte in Bildern die ganze Fenstervielfalt, die sich mit Holz bzw. Holz-Aluminium umsetzen lässt, im Neubau wie im Denkmalschutz. Gerade bei der Altstadtsanierung gebe es leider viele Fehlentwicklungen. Sein Plädoyer: „Wir müssen wieder zurück zum Fenster als wesentlichem Element der Fassadengestaltung. Wer die alten, mit großer Handwerkskunst gefertigten Holzfenster durch Kunststofffenster ersetzt, nimmt dem Haus den Charakter.“ Mit Holz lassen sich hingegen bei Sanierungen Fenster umsetzen, die zum Haus passen und dennoch den Anforderungen an modernen Komfort und Energieeffizienz genügen. Die Nachhaltigkeit des natürlichen Werkstoffs seiein weiterer Vorteil von Holz- und Holz-Alufenstern, der angesichts der Klimadiskussion immer wichtiger werde.

Lebhafte Diskussionen auch seitens der Online-Teilnehmer schlossen sich an jeden Programmpunkt an. Martin Schwarz vom I.D. HOLZ und Eduard Appelhans vom Bundesverband ProHolzfenster waren mehr als zufrieden mit dieser gelungenen Premiere ihres gemeinsamen so genannten Hybrid-Seminars.

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