Fünf Gründe für Holzfenster im Holzbau
Holz ist ein zentraler Baustoff für die Zukunft: Als nachhaltige, klimafreundliche und vielseitig einsetzbare Alternative wird Holz fossile Materialien wie Stahl oder Beton in den kommenden Jahrzehnten mehr und mehr ersetzen. Es gibt kaum einen anderen Werkstoff, der eine ähnlich entscheidende Rolle spielt – ob im Neubau oder beim Bauen im Bestand. Deshalb kann und sollte der Holzbau sein Bekenntnis zum Holz auch auf die Wahl der Fenster ausweiten – denn allzu oft kommen hier noch andere Rahmenmaterialien zum Einsatz. Klar ist aber: Wenn Holz das tragende Element eines Gebäudes ist, sollte der Werkstoff bei den Fenstern nicht Halt machen. Fünf Argumente zeigen, warum Holzfenster gerade im Holzbau sinnvoll sind:
- Gestalterische Einheit
Holz verleiht Fassaden Wärme und Naturnähe. Werden für Fenster andere Rahmenmaterialien verwendet, stellt das einen gestalterischen Bruch dar – und zwar für innen und außen. Holz- und Holz-Alu-Fenster lassen sich – anders als andere – in nahezu jede Form bringen und auf Farbton, Maserung und Oberflächenfinish des Gebäudes abstimmen. Ob filigrane Rahmen oder kräftige Profile – Holz ermöglicht eine einheitliche Formensprache von minimalistisch bis rustikal. Holz neben Holz führt zu einem harmonischen Gesamtbild, das Baukonzept und Architektur überzeugend miteinander verknüpft.
- Bauphysikalische Kohärenz
Nicht nur optisch, sondern auch bauphysikalisch ist es sinnvoll, Gebäudehülle und Fenster aus einem Baustoff zu fertigen, der denselben bauphysikalischen Regeln befolgt: Feuchteaufnahme, Quell- und Schwindverhalten sowie thermische Ausdehnung verlaufen parallel. Das vereinfacht Planung und Montage, weil Anschlussfugen dauerhaft dicht bleiben und Spannungen im Detailanschluss minimiert werden. Zudem sorgt die geringe Baufeuchte im Holzhaus dafür, dass Feuchteschäden an Fensteranschlüssen äußerst selten auftreten.
- Nachhaltigkeit
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der Kohlenstoff langfristig bindet – Vorteile, die nicht nur für den Holzbau, sondern auch fürs Fenster gelten. Das Herstellen von Holzfenstern erfordert vergleichsweise wenig Energie und trägt so zu einer besseren Treibhausgasbilanz bei. Hinzu kommt: Holzfenster werden überall in Deutschland gefertigt, ein regionales Sourcing ist flächendeckend möglich. So entfallen lange Transportwege – ein weiteres Plus fürs Klima.
- Lange Lebensdauer
Holzfenster können – mit der richtigen Pflege und Wartung – viele Jahrzehnte alt werden. Der Mythos, wonach Holzfenster häufig gestrichen werden müssten, ist mittlerweile durch vielfältige Studien widerlegt. Der Beschichtungscheck des Bundesverbands ProHolzfenster zeigt auf, was bei der Pflege von Holzfenstern zu beachten ist – und dass sich die Wartungsintervalle – ja nach Konstruktion, Bewitterung, Holzart und Beschichtung – auf bis zu 15 Jahre strecken können.
Und: Holzfenster lassen sich reparieren. Schäden am Rahmen können ausgebessert werden, ohne dass direkt ein kompletter Fenstertausch notwendig ist. Außerdem können Holzfenster durch den Austausch der Verglasung ertüchtigt und an neue energetische Standards angepasst werden.
- Überzeugender Brandschutz
Holzfenster lassen sich in geprüfte Brandschutzkonzepte integrieren. Denn: Massives Holz verkohlt an der Oberfläche und bleibt dabei lange tragfähig – ein Vorteil des Holzbaus, der nur durch den Einsatz von Holzfenstern vollumfänglich genutzt werden kann. Das planbare Abbrandverhalten erlaubt exakte Berechnungen und den Einsatz zertifizierter Dämmmaterialien. Im mehrgeschossigen Holzbau gewinnt der konstruktive Brandschutz durch Holzfenster und -türen an Bedeutung, weil so Ästhetik und Sicherheit miteinander verbunden werden können.
Holzfenster sind nachhaltig, vielseitig, langlebig und sicher. Dass Holz gerade im Holzbau das Rahmenmaterial der Wahl ist, liegt aber auch an der bauphysikalischen wie gestalterischen Passgenauigkeit. Konsequent auf Holz zu setzen, schafft attraktive, hochwertige und lebenswerte Gebäude, von innen wie von außen.
(Bild: Sorpetaler)