Die Initiative ProHolzfenster e.V. will vor allem neu hinzu gewonnenen Mitstreitern will die IPH auf der fensterbau frontale in Nürnberg Gelegenheit geben, sich über Ziele und Arbeitsweise zu informieren und den persönlichen Austausch zu pflegen. Das Holz-Zentralblatt sprach mit der IPH-Vorsitzenden Nicole von Oesen darüber, wie die Interessenvereinigung den Absatz von Holzfenstern in Deutschland nachhaltig voranbringen will.
HZ: Frau von Oesen, insbesondere der Holzfenstermarkt musste in den vergangenen Jahren schmerzhafte Einbußen hinnehmen. Derzeit liegt der Marktanteil von Holzfenstern bei 22 Prozent. Kann eine Interessenvereinigung wie die IPH hier wesentlich etwas bewirken?
von Oesen: Wer nicht kämpft, hat schon verloren! Natürlich können und müssen wir gegensteuern. Leider hat die Holzbranche und insbesondere die Holzfensterlobby erst sehr spät gemerkt, dass sie für ihr Produkt etwas tun muss, will sie das Feld nicht komplett anderen überlassen. Die Initiative ProHolzfenster hat vor zehn Jahren begonnen, sich dieses Themas anzunehmen. Nach statistischen Untersuchungen des VFF wird der Marktanteil von Holzfenstern in diesem Jahr seit langer Zeit erstmals wieder um ein Prozent steigen.
HZ: Damit gibt sich die IPH ja sicher nicht zufrieden. Was muss sich denn ändern, um den Trend zum Holz- und Holz-Metallfenster noch sehr viel deutlicher hinzuwenden?
von Oesen: Bevor beim Endverbraucher ein Umdenken passieren kann, muss ein Umdenken in der Holzfenster-Branche stattfinden. Anstatt gebannt auf den Markt zu starren wie das Kaninchen auf die Schlange, müssen wir Markt machen. Deshalb lautet auch das Motto unseres 5. Holzfenster-Kongresses im Juni: So wird Markt gemacht. Es bedeutet, dass wir uns offensiv mit Marketingstrategien befassen, um das Holzfenster nach vorne zu bringen, beruhend auf den Säulen Innovation, Qualität und umfassender Kundenservice. Wir müssen verstehen, dass wir uns im Wandel befinden: Es genügt nicht, lediglich den Bedarf zu decken. Wir müssen beim Endverbraucher den Wunsch und den Bedarf nach unseren hochwertigen Qualitätsprodukten wecken. Dafür brauchen wir nicht nur eine rationale, sondern vor allen Dingen eine emotionale Ansprache.
HZ: Welche Rolle kann die Initiative ProHolzfenster dabei übernehmen?
von Oesen: Wir unterstützen unsere Mitglieder in vielerlei Hinsicht: mit kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Endverbraucher, aber auch in Richtung der Architekten und Planer sowie der eigenen Branche. Und mit konkreten Hilfestellungen beim eigenen Marketing: mit diversen Materialien für Mailings, Messen und Veranstaltungen, mit aktuellen Marketingtipps und ab diesem Jahr auch mit einem speziell auf die Branche zugeschnittenen Seminarprogramm für offensives Marketing.
HZ: Mit welchen Mitteln arbeiten Sie noch daran, die hoch gesteckten Ziele zu erreichen?
von Oesen: Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Branchenkommunikation haben wir zwei weitere wichtige Tätigkeitsfelder. Zum einen ist dies die Lobbyarbeit zu diesem Zweck haben wir ein IPH-Büro in Berlin etabliert , zum anderen ist die IPH in technischen Arbeitskreisen vertreten und spricht auch bei Richtlinien- und Normenfestlegungen mit. So haben wir beispielsweise im vergangenen Jahr auf die Altholzverordnung und die Bauregelliste Einfluss genommen und erheben unsere Stimme bei der CE-Kennzeichnung.
HZ: Auch in etablierten Verbänden wie VFF oder HKH engagieren sich Handwerksbetriebe für den Baustoff Holz. Sieht sich die IPH hier nicht als Konkurrenzunternehmen?
von Oesen: Überhaupt nicht eher als Ergänzung. Die etablierten Verbände erfüllen wichtige Aufgaben, sind aber vornehmlich als Betriebslobby zu sehen. die Initiative ProHolzfenster hingegen versteht sich als reine Produktlobby, als Anwalt sozusagen für das Rahmenmaterial Holz. Wir bieten eine Plattform für alle, die ein Interesse am Holzfenster haben: für Hersteller ebenso wie für Zulieferer. Wo es Sinn macht, arbeiten wir selbstverständlich auch mit anderen Verbänden zusammen und bilden strategische Allianzen. Zum Beispiel bei der Lobbyarbeit.
HZ: Frau von Oesen, vielen Dank für dieses Gespräch.