- Ein Bericht im Holz-Zentralblatt am 26.03.2004
von Andreas Neumeier, Geschäftsführer Initiative ProHolzfenster e.V.
Das wichtigste Ziel der Initiative ProHolzfenster e.V. ist es, den Absatz von Holzfenstern deutlich zu steigern. Nach mehreren Jahren stetigen Rückgangs werden laut einer Prognose des VFF-Ausschusses Statistik und Markt die Marktzahlen von Holzfenstern im Jahr 2004 erstmals wieder um ein Prozent steigen. Immerhin.
Der Kampf um Marktanteile ist ein zähes Ringen. Er wird nur dann Erfolg haben, wenn möglichst viele Beteiligte kooperieren. Die Tatsache, dass sich die Holzfensterbranche nicht auf wenige große Player reduzieren lässt, sondern dass es sich hier um eine stark aufgesplitterte Branche mit zahlreichen, meist handwerklichen Klein- und Mittelbetrieben handelt, erschwert die Zielgruppenarbeit natürlich.
Die Initiative ProHolzfenster bietet das ideale Forum. Hier schließen sich Betriebe zusammen, die an einer Stärkung des Holzfenstermarkts interessiert sind: Fensterhersteller und Zulieferfirmen. Durch die Einführung der Probemitgliedschaft erhöhte sich die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent auf aktuell knapp 450. Natürlich könnten und sollten es mehr sein, wenn man bedenkt, dass es bundesweit rund 7000 Betriebe gibt, die Fenster herstellen. Warum sind unter den Vollmitgliedern der IPH nur sechs Holzhändler zu finden? Sollten sie nicht ein vitales Interesse an dieser speziellen Produktlobby haben?
Die Arbeit der Initiative ist vielfältig und gliedert sich im wesentlichen in vier Bereiche: Lobbyarbeit, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Branchenkommunikation sowie Technik/Normung. Hier beispielhaft einige aktuelle Arbeitsfelder:
Lobbyarbeit: Die Charta für Holz im Koalitionsvertrag der Bundesregierung enthalten hat zum Ziel, den Holzabsatz insbesondere im Bereich Bauen und Wohnen zu fördern. Bei der Erstellung arbeiten IPH-Vertreter in einem Arbeitskreis des Bundesministeriums für Verbraucherschutz mit. Die IPH unterstützt ihre Mitglieder in enger Zusammenarbeit auch bei der regionalen Lobbyarbeit. Auf diese Weise wurde schon bei so manchem öffentlichen Bauvorhaben vor Ort Überzeugungsarbeit geleistet. In Sachen legales Holz sind wir derzeit in Kontakt mit dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel. Die IPH setzt sich ganz klar für die Verwendung legalen Holzes ein. Bei dieser europaweit relevanten Thematik ist die Zusammenarbeit der gesamten Branche erforderlich.
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Unterschiedliche Zielgruppen versorgen wir kontinuierlich mit passendem Text- und Bildmaterial. Bauen & Wohnen-Redaktionen sowie Architekten- und Hausbau-Fachzeitschriften erhalten regelmäßige erscheinende Pressedienste. Auch die Branchenfachpresse bedienen wir mit aktuellen Fachinformationen. Darüber hinaus versenden wir Direct-Mailings zum Beispiel an Architekten und Hausbaufirmen, stellen umfangreiches Info-Material bereit und erarbeiten Argumentations- und Beratungshilfen. Den Erfolg unserer Öffentlichkeitsarbeit messen wir unter anderem an den zahlreichen Aufrufen unserer Internetseiten. Anfragen von Interessenten werden an unsere Mitglieder weitergeleitet. Weil wir einen Aufritt mit hohem Wiedererkennungsfaktor in der Öffentlichkeit befürworten, haben wir übrigens die Kampagne !Offensive Holz des Holzabsatzfonds gerne aufgegriffen. Mit der Adaption des Logos Natürlich Holz ergänzt um den Zusatz Fenster auf all unseren Werbemedien setzen wir diese Idee in unserem eigenen Marktauftritt konsequent um.
Branchenkommunikation: So wichtig wie die Kommunikation nach außen ist die nach innen: IPH-Mitglieder erhalten von uns Tipps und Branchen-News. Wir sind auf den wichtigsten Fachmessen präsent, erarbeiten auf Regionaltreffen aktuelle fachliche Themen und veranstalten im zweijährigen Turnus unser wichtigstes Branchentreffen, den Holzfenster-Kongress (dieses Jahr am 18. Juni in Schkopau bei Halle). Darüber hinaus stellen wir unseren Mitgliedern Marketing- und Infomaterialien zur Verfügung.
Technik/Normung: Technische Weiterentwicklungen sind notwendig und qualitätsfördernd. Deshalb arbeitet die IPH in verbandsübergreifenden Arbeitskreisen sowie bei der Erstellung von Richtlinien mit. Wichtig ist uns dabei, auf die richtigen Formulierungen zu achten und die Weichen pro Holz zu stellen. Und wir unterstützen Forschungsprojekte wie zum Beispiel derzeit ein Projekt des IFT Rosenheim: Konstruktionsgrundlagen für Fenster-, Türen- und Fassadenelemente aus Verbundwerkstoffen und Holz.
Strategische Allianzen
Bei vielen der oben beschriebenen Arbeitsfelder ist es insbesondere wichtig, die Kräfte zu bündeln und strategische Partner zu finden. Und nach außen zu zeigen: Wir sprechen eine Sprache! Denn dies wird von uns erwartet. Und nur wenn sich die Branche untereinander einig ist, kann sie ihre Ziele erreichen, wie das Beispiel der Altholzverordnung positiv gezeigt hat. Mehrere Verbände treffen sich deshalb auf der fensterbau mit dem Ziel, in verschiedenen Bereichen gemeinsame Strategien zu entwickeln. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, sollte ein gemeinsames Vorangehen nicht nur auf nationaler Ebene Schule machen, sondern auch auf europäischer Bühne.