Meranti und Kiefer im Fensterbau immer noch deutlich vorne
Neue BPH-Umfrage zu Holzarten-Verwendung weicht von VFF-Umfrage ab
In zeitlicher Überschneidung mit der Holzverbrauchs-Umfrage des Verbandes der Fenster- und Fassadenher-steller (VFF) hatte der Bundesverband ProHolzfenster e.V. (BPH) eine ähnliche Umfrage gestartet. Die Ergebnisse des Befragungszeitraums 2002 liegen nun vor. Sie weisen bei den verwendeten Holzarten einige Abweichungen gegenüber den VFF-Zahlen auf.
So liegt auch bei den BPH-Zahlen Meranti bundesweit an erster Stelle, hat hier jedoch mit 38,46 Prozent einen deutlich höheren Anteil, als dies die VFF-Umfrage belegt (31,2 Prozent). Die am zweithäufigsten verwendete Holzart im Fensterbau ist demnach mit 34,7 Prozent immer noch die Kiefer. Nach VFF-Zahlen erreichte sie lediglich 20,9 Prozent. Fichte folgt mit 12,10 Prozent und muss sich deshalb mit dem dritten Platz begnügen (VFF 26,8 Prozent). Einen inzwischen relativ beachtlichen Anteil konnte Lärche mit 6,27 Prozent auch bei der BPH-Umfrage erzielen (VFF 9,7 Prozent). Damit liegen Meranti und Kiefer immer noch deutlich an erster Stelle. Der Verbrauch dieser Holzarten ist unseren Erkenntnissen zufolge nicht ganz so dramatisch zurückgegangen, wie es die VFF-Zahlen erscheinen lassen, stellte BPH-Geschäftsführer Heinz Blumenstein fest.
Insgesamt hatte der BPH bundesweit rund 2500 Holzfenster-Hersteller befragt, vom Ein-Mann-Betrieb bis zum größten deutschen Unternehmen dieser Branche. 186 Betriebe haben geantwortet. 178 Antworten konnten ausgewertet werden. Da es sich um die erste BPH-Umfrage dieser Art handele, gebe es keine Vergleichszahlen zu Vorjahren, die einen Trend erkennen ließen. Aufgrund von Struktur und regionaler Verteilung der beteiligten Firmen könne man von einem für die gesamte Branche repräsentativen Ergebnis ausgehen.
Auffällig sind deutliche regionale Unterschiede. So wird etwa Fichte fast ausschließlich in Bayern verwendet (22,7 Prozent). Kiefer belegt in Bayern (33,89 Prozent) und mit weitem Vorsprung in Baden-Württemberg (54,89 Prozent) den ersten Platz, während in norddeutschen Betrieben Meranti mit 48,84 Prozent die Nase vorn hat. Die Anzahl der Verwendung zertifizierter Hölzer kann als sehr gering bezeichnet werden: Lediglich 1,17 Prozent sind FSC-zertifiziert und nur 0,61 Prozent nach PEFC. Bei knapp 74 Prozent der verarbeiteten Hölzer handelt es sich um schichtverleimtes Holz.
Selbst Hölzer wie Buche, Ahorn oder Esche werden mittlerweile im Fensterbau eingesetzt. Offensichtlich ermöglichen Holz-/Metallkombinationen heute die Verwendung einer Vielzahl von Holzarten, so Heinz Blumenstein, eine äußere Alu-Schale erlaubt inzwischen auch solche Hölzer, die man früher als ungeeignet für den Fensterbau bezeichnet hätte.
Noch etwas wurde durch die BPH-Umfrage bestätigt: Im Norden sitzen die größeren Fensterhersteller. Dort liegt der Durchschnittsverbrauch pro Firma um zwei Drittel höher als im Süden.
Weitere Informationen gibt es bei dem Bundesverband ProHolzfenster e.V.
Tel: 0700 / 47438835
Fax: 0700 / 47438329
E-Mail: info(at)proholzfenster.de
Internet: www.proholzfenster.de