Wie man dies mit zukunftsträchtigen Konzepten erreicht, zeigte der Bundesverband ProHolzfenster auf der Ligna
Ein Treff für die gesamte Branche und ein gut funktionierendes Netzwerk – so erlebten Aus-steller und Besucher den großflächigen Gemeinschaftsstand des Bundesverbandes ProHolz-fenster e.V. (BPH) auf der LIGNA.
Mehr als 20 Mitgliedsfirmen zeigten ihre Innovationen. Insgesamt bildeten sie einen repräsentativen Querschnitt durch die Branche: vom Holzhandel bis zum Fensterhersteller und der Oberflächenbe-schichtung, von der Beschlag- und Befestigungstechnik bis zum Maschinen- und Werkzeugbau. Zu den Mitausstellern gehörten auch der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) und die Zukunft Holz GmbH.
Interessant veranschaulichten BPH-Mitgliedsfirmen die komplette Wertschöpfungskette der Fenster-herstellung: vom Holzwachstum im Wald über die Kantelherstellung und die Profilbearbeitung bis zur Oberflächenbehandlung. Ein Bildschirmzähler führte eindrucksvoll den Holzzuwachs in Deutschland vor Augen, über den viele Messebesucher staunten: Zirka 15.600 Kubikmeter Zuwachs pro Stunde sind es – so viel, dass daraus alle zehn Sekunden ein Holzhaus gebaut werden könnte. Ein Kubikme-ter Holz reduziert eine Tonne CO2 und produziert 300 Kubikmeter Sauerstoff. Besser kann man es nicht zeigen: Holznutzung ist aktiver Klimaschutz. Bei der weiteren Betrachtung wurde deutlich: Je länger die Nutzungsdauer von Bauteilen wie Holzfenstern und -türen, desto besser die Öko-Bilanz.
CO2-Scheck für den Minister
In zahlreichen Gesprächen mit hochrangigen Besuchern nutzte der Verband die Gelegenheit, auf den Klimaschutzeffekt hinzuweisen, den man durch die Verwendung des nachhaltigen Werkstoffs Holz erreicht. So konnte dem niedersächsischen Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucher-schutz und Landesentwicklung, Gert Lindemann, ein CO2-Scheck überreicht werden: „Im Jahr 2010 haben die Mitglieder des BPH mit ihren aus Holz gefertigten Fenstern und Türen 3.007 Tonnen CO2 reduziert“, berichtete BPH-Geschäftsführer Heinz Blumenstein. Auch für Besucher aus dem Ausland war der BPH-Stand eine gefragte Anlaufstelle. So zeigte sich eine Delegation aus Polen, die dort ei-nem Holzfensterkreis angehört, interessiert an der deutschen Verbandsarbeit. Eine 40-köpfige Grup-pe aus Brasilien – darunter Vertreter der größten Fensterhersteller Brasiliens, Mitglieder der Kommu-nalverwaltung und Regierungsvertreter – holte sich bei Heinz Blumenstein und dem BPH-Vorsitzenden Eduard Appelhans Informationen über die Arbeit des Bundesverbandes, da man plant, in Brasilien einen ähnlichen Verband zu gründen. Insgesamt zog Heinz Blumenstein zufrieden Bilanz: „Ein sehr erfolgreicher Messeauftritt, bei dem zahlreiche Kontakte geknüpft werden konnten, wie es uns auch unsere Mitaussteller durch die Bank bestätigten.“
Das neue Holzfenster: ästhetisch, energieeffizient und pflegeleicht
Wohin der Trend in den nächsten Jahren geht, machten die Exponate der Fensterhersteller deutlich: Energieeffizienz ist das große Thema, und die meisten Hersteller hatten Passivhausfenster im Ge-päck. „Für energieeffiziente Fenster interessieren sich auch die Banken“, weiß Jürgen Eberlein von Variotec. „Wenn wir künftige Novellierungen der ENEV bereits jetzt beachten, haben Endnutzer einen klaren Vorteil: Das erhöht die Beleihungsgrenze ihrer Immobilie.“ Auch an der Ästhetik wird gearbeitet: Schlankere Profile mit integriertem Flügel sollen Architekten und Bauherren begeistern, denn schließ-lich kommt so auch mehr Licht ins Haus. Und in die Fassade integrierte Rahmen führen zu einem völlig neuen Holz-Fenster, das man außen nicht mehr streichen muss.
Total Quality-Ansatz für langlebige Fenster
Eine möglichst lange Nutzungsdauer von Fenstern und Türen aus Holz erreicht man durch einen To-tal Quality-Ansatz in allen wichtigen Herstellungs- und Nutzungsschritten: „Das beginnt bei der Holzauswahl, geht über die Konstruktion und Fertigung sowie die Beschichtung bis zu Transport und Einbau“, erläuterte Andreas Kamp von Akzo Nobel. Nur so entstehen langlebige, wartungsarme Bau-teile, und nur so sind langfristige Gewährleistungskonzepte möglich. Für die von Akzo Nobel, Leitz und Weinig vorgestellten Qualitätskriterien im Bereich Konstruktion interessierten sich am BPH-Stand insbesondere auch die Berufs- und Fachschullehrer.
Mit der Holzauswahl fängt es an
Innovative Ideen für witterungsbeständige Holzfenster präsentierte auch der Holzhandel am BPH-Messestand. Kanteln aus modifizierten Hölzern wie Belmadur, Accoya oder thermisch behandelten Hölzern werden nachgefragt und einige Hersteller machen damit gute Erfahrungen. Daraus gefertigte Fenster und Türen konnte man auf der LIGNA gleich bei einigen BPH-Mitgliedsfirmen begutachten. Andere Händler besinnen sich wiederum auf den natürlichen Schutz etwa von Kiefernkernholz auf der Kantelaußenseite. Spezielle Statikkanteln mit höherer Festigkeit tragen dem Trend zu immer höheren Elementen bei gleichzeitig immer schlankeren Querschnitten Rechnung.