Brandenburgs Politiker zeigten sich von der Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Holzfenster begeistert, zu der Bundesverband ProHolzfenster und HFBB Holzfenster Bernau im Juni nach Forst (Lausitz) eingeladen hatten: „Wir sind sehr froh über diese Aufklärungsarbeit. Man kann die Vorteile von Holz gerade auch bei kommunalen Entscheidungsträgern gar nicht genug herausstellen“, bekräftigte MdB Professor Dr. Martin Neumann, der auch als HWK-Sachverständiger und im VDI-Normungsausschuss tätig ist. BPH-Geschäftsführer Heinz Blumenstein hatte die Bedeutung von Holzfenstern erläutert – für den Klimaschutz einerseits und die Schaffung von regionalen Arbeitsplätzen andererseits. „Eine nachhaltige Entwicklung muss immer auch von der Politik gewollt und mitgetragen werden. Und dies kann man durch entsprechende Rahmenbedingungen fördern“, betonte Heinz Blumenstein. Eine Anregung, die Dr. Stefanie Wätzel vom brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten auch im europäischen Zusammenhang für ausgesprochen wichtig hält.
Mit HFBB-Geschäftsführer Karsten Häber konnten sich die rund 40 Gäste bei der Betriebsbesichtigung dann gleich ein Bild davon machen, wie die moderne Holzfensterproduktion aussieht. Karsten Häber, der in Bernau bereits einen Fensterbaubetrieb unterhält, hatte den Produktionsstandort im Forster Stadtteil Sacro 2008 aus einer Insolvenz übernommen. Mit großer unternehmerischer Risikobereitschaft wurde der Standort um einige Anlagen erweitert und modernisiert. Einige Mitarbeiter der Stammbelegschaft konnten übernommen werden, zwölf weitere kamen hinzu. Auch ein Ausbildungsplatz wurde geschaffen – eine wichtige Aufgabe in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit. Heute beschäftigt HFBB an beiden Standorten insgesamt rund 50 Mitarbeiter und produziert ausschließlich Holzfester und -türen.
Mit dem „Berliner Warmfenster“ geht HFBB neue Wege im Denkmalschutz-Bereich: Die Fenster aus Belmadur-Kanteln mit Dreifachglas erfüllen die hohen Anforderungen an die Wärmedämmung nicht nur, sondern unterbieten den geforderten Uw-Wert von 1,05 um einiges. Das modifizierte Kiefernholz, das durch eine spezielle Behandlung besonders widerstandsfähig gemacht wird, ließ nicht zuletzt den Forster Bürgermeister Dr. Jürgen Goldschmidt aufhorchen. Er will nun prüfen lassen, ob sich die in der Region verbreitete märkische Kiefer verstärkt in dieser Form verarbeiten lässt.
Holzmodifizierung war dann auch eines der Themen bei der anschließenden Fachtagung für Mitglieder der brandenburgischen Architektenkammer. Sie nutzten die Gelegenheit, sich bei Experten über aktuelle Trends im Holzfensterbau zu informieren. So stellte die Firma Münchinger Holz ihre Belmadur-Fensterkantel als Alternative zum Tropenholz vor und berichtete über den Einsatz in der Praxis. Die Firma Interpane informierte über die neuen Dreifach-Verglasungen bei Holzfenstern, die den künftigen EnEV-Anforderungen genügen. Kerstin Schweitzer vom Institut für Holztechnologie Dresden referierte über den U-Wert und die Berechnung am Modellprojekt.
Über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Holz im Fensterbau, über den ökologischen und gestalterischen Gewinn von Holzfenstern waren sich auch die Architekten einig. Heinz Blumensteins Appell an die Politik, in Sachen Nachhaltigkeit jetzt aktiv zu werden und die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, kommentierte ein Architekt mit dem Satz: „Sie haben uns aus dem Herzen gesprochen!“

Trafen sich bei HFBB in Forst-Sacro zur Betriebsbesichtigung und zum Austausch über das Thema Holzfenster (v.l.n.r.):
MdB Prof. Dr. Martin Neumann, Heinz Blumenstein (Bundesverband ProHolzfenster), Dr. Jürgen Goldschmidt (Bürgermeister Stadt Forst/Lausitz), Dr. Stefanie Wätzel (Brandenburgisches Ministerium für Wirtschaft und Europaangelenheiten) und HFBB-Geschäftsführer Karsten Häber (von links)

Geschäftsführer Karsten Häber (rechts) führte die Gäste durch die Produktionshalle in Forst-Sacro

Heinz Blumenstein im angeregten Austausch mit Architektin Ursula Redlich

Natürliche Materialien sind auch beim Fenster wieder zunehmend gefragt. HFBB-Mitarbeiter
Carsten Bellé erläutert, was ein modernes und qualitativ hochwertiges Holzfenster ausmacht.
Fotos: Bundesverband ProHolzfenster. Abdruck honorarfrei.
Der Bundesverband ProHolzfenster e.V. (BPH) gründete sich 1994 (damals unter der Bezeichnung Initiative ProHolzfenster e.V.). Mitglieder sind derzeit rund 350 Fenster-hersteller, Zulieferfirmen und Architekten, die vom hochwertigen Produkt Holzfenster und Holz-Alu-Fenster überzeugt sind. Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, über die Vorteile des nachhaltigen Werkstoffs Holz im Fenster- und Türenbau zu informieren. http://www.proholzfenster.de
Heinz Blumenstein, geschäftsführendes Vorstandsmitglied
Telefon 06621 / 91 48 96, E-Mail: info@proholzfenster.de
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