Wenn einmal die grundsätzliche Entscheidung zugunsten wohnlicher Holzfenster getroffen ist, ist für den Bauherren die Qual der Wahl noch lange nicht vorbei. Denn bei der Auswahl der geeigneten Holzart gibt es mehr als zwanzig Möglichkeiten. Zum Trost sei erwähnt: Grobe Fehler kann man dabei kaum machen. Denn alle Hölzer, die heute von Fensterbauern empfohlen werden, haben ihre Tauglichkeit in diesem Bereich längst unter Beweis gestellt. Erst nach 15-jährigem erfolgreichem Einsatz verleiht zum Beispiel die RAL-Gütegemeinschaft Holzfenster und Haustüren einer Holzart das Prädikat bewährt. Und solche Hölzer sind es, die von Fensterbauern vorrangig verarbeitet werden, sagt Heinz Blumenstein von dem Bundesverband ProHolzfenster.
Ob einheimische Nadelhölzer wie Fichte, Kiefer oder Lärche, ob Harthölzer wie Eiche, ob Hölzer aus Übersee wie Mahagoni, Teak, Meranti oder das nordamerikanische Hemlock es bleibt weitgehend dem individuellen Geschmack überlassen, wofür man sich entscheidet. Bei Kiefer sollte man allerdings auf einen hohen Kernholzanteil im Außenbereich achten.
Wenn heimische Nadelhölzer mit Lasuren behandelt werden, ist auch ein baulicher Schutz wie etwa ein Dachüberstand vorteilhaft. Hinsichtlich der Langlebigkeit stehen konstruktiver Holzschutz und Pflege im Vordergrund. Die Holzart ist hier nicht unbedingt ausschlaggebend, meint Andreas Neumeier und ergänzt: Pflege ist im übrigen bei jedem Fenster wichtig, wenn es nicht nach zehn Jahren ausgewechselt werden soll. Was den Wärmeschutz angeht, weisen die leichteren Nadelhölzer von Haus aus etwas bessere Eigenschaften als Harthölzer auf. Aber die Unterschiede sind gering: Weichholz wie Hartholz erfüllen die hohen Anforderungen der Energiesparverordnung besser als alle anderen Werkstoffe.
Natürlich spielen bei der Auswahl auch die Kosten eine Rolle: Einheimische Nadelhölzer bilden hier meist die preisgünstigere Variante. Nicht zuletzt ist die Wahl der Holzart auch eine Frage der persönlichen Philosophie. Entscheide ich mich bewusst für Holz aus heimischen Wäldern? Oder gebe ich Tropenhölzern den Vorzug, die in Bezug auf Stabilität und Feuchtigkeitsaufnahme sehr gute Eigenschaften aufweisen? Diese sollten dann jedoch möglichst aus Plantagenanbau stammen. Vereinzelt werden Tropen-hölzer auch schon mit dem von Greenpeace und WWF unterstützten FSC-Zertifikat angeboten.